ChatGPT und Co.:
Was Führungskräfte jetzt wissen sollten
Seit ChatGPT im Herbst 2022 öffentlich wurde, ist generative KI in vielen Büros angekommen, oft schneller als jede Regel dazu. Für Führungskräfte stellt sich die Frage, wie sie damit umgehen.
Die Entwicklung der letzten Monate war beeindruckend. Mit GPT-4 ist im März ein deutlich leistungsfähigeres Modell erschienen, Microsoft baut KI in seine Office-Programme ein, Google zieht nach. Gleichzeitig zeigen sich die Grenzen: Italien hat ChatGPT im Frühjahr vorübergehend gesperrt, weil Fragen zum Datenschutz offen waren. Für Unternehmen heißt das: Die Werkzeuge sind da, der Rahmen ist noch in Bewegung.
Was die Werkzeuge gut können
Sprachmodelle sind stark, wenn es um Sprache geht. Sie formulieren Entwürfe für E-Mails und Texte, fassen lange Dokumente zusammen, strukturieren Gedanken, übersetzen und helfen beim Brainstorming. Wer diese Aufgaben kennt, spart schnell Zeit. Viele Mitarbeitende haben das längst entdeckt und nutzen die Werkzeuge bereits, häufig ohne dass die Führung davon weiß.
Wo die Grenzen liegen
Sprachmodelle wissen nichts im eigentlichen Sinn. Sie berechnen, welche Antwort wahrscheinlich passt, und klingen dabei auch dann überzeugend, wenn der Inhalt falsch ist. Zahlen, Quellen und rechtliche Aussagen müssen deshalb immer geprüft werden. Dazu kommt der Datenschutz: Was in die kostenlose Version eingegeben wird, kann je nach Einstellung zur Weiterentwicklung des Modells genutzt werden. Kundendaten, Personalinformationen und Geschäftsgeheimnisse gehören dort nicht hinein.
Für den beruflichen Einsatz gibt es inzwischen Varianten mit besseren Datenschutzeinstellungen, bei denen Eingaben nicht zum Training verwendet werden. Ob diese für Ihr Unternehmen ausreichen, hängt von den Daten ab, mit denen Ihre Mitarbeitenden arbeiten. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten, bevor sich eine Nutzung ungeregelt verfestigt.
Wo es im Führungsalltag hilft
Auch Führungskräfte selbst können profitieren. Ein Sprachmodell hilft, ein schwieriges Gespräch vorzubereiten, indem es mögliche Einwände durchspielt. Es fasst ein langes Protokoll auf die wichtigsten Entscheidungen zusammen oder formuliert eine Rundmail verständlicher. Entscheidend ist, die Ergebnisse als Entwurf zu behandeln und nicht als fertige Antwort. Das eigene Urteil ersetzt das Werkzeug nicht.
Was Führungskräfte jetzt tun sollten
Verbieten hilft wenig, die Nutzung wandert dann nur ins Verborgene. Sinnvoller ist ein klarer Rahmen. Sprechen Sie offen im Team an, wer die Werkzeuge schon nutzt und wofür. Legen Sie gemeinsam fest, welche Daten tabu sind und dass Ergebnisse immer von einem Menschen geprüft werden. Und probieren Sie selbst aus, was die Werkzeuge können. Wer eigene Erfahrung hat, kann Chancen und Risiken deutlich besser einschätzen als aus Berichten.
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